Germersheim

Der Erhalt historischer Festungsteile und ein Artenschutz-Projekt machen beim Germersheimer KARL’s Quartier der pantera AG Planungsanpassungen notwendig

Anordnung der Neubauten im KARL´s Quartier wird nach dem Auffinden bisher unbekannter Teile der historischen Festung verändert / Neuer BPlan rechtskräftig / Im denkmalgeschützten Teil des Projektes reduziert die pantera AG wegen des Artenschutzes für bedrohte Fledermausarten die Zahl der Wohnungen von 92 auf 87 / Areal von 25.000 Quadratmetern / Baustart Mitte 2018, gesamte Fertigstellung bis Mitte 2020

Germersheim / Köln. Der Projektentwickler pantera AG hat den Bebauungsplan für das KARL´s Quartier in Germersheim aufgrund historischer Funde geändert. Auf dem Gelände der ehemaligen Stengelkaserne im Stadtzentrum wurden bisher unbekannte Bauwerke der alten Festung entdeckt, damit verbunden bleibt der ursprüngliche unterirdische Verlauf des Flusses Queich bestehen. Der finale B-Plan für das veränderte Konzept wurde sowohl vom Bauausschuss als auch vom Stadtrat bereits im Dezember einstimmig verabschiedet. Die Arbeiten auf dem 25.000 Quadratmeter großen Areal, bei dem Neubau- und denkmalgeschützte Wohnungen kombiniert werden, starten noch im Frühjahr, nachdem die erste Baugenehmigung für die denkmalgeschützte Kaserne am 20.02.2018 ausgestellt wurde. In der vergangenen Woche wurde außerdem der erste Bauantrag für die Neubauten inklusive der Tiefgarage an der Klosterstraße gestellt. Die weiteren Baugesuche für die Neubauten im Westteil folgen noch im März.

Lage der Neubauten wird angepasst.
Im Neubau-Bereich des KARL´s Quartier hat das auf Stadtentwicklung spezialisierte Ingenieurbüro GERHARDT.stadtplaner.architekten aus Karlsruhe die Lage der dreigeschossigen Stadthäuser (plus Staffelgeschoss) angepasst. Diese werden nun statt mit der Längs- mit der Stirnseite zur Straße „An der Stengelkaserne“ geplant. Die Häuser an der Richthofenstraße entstehen jetzt parallel zur Straße. Insgesamt 138 Wohneinheiten umfasst der Neubau-Teil des KARL´s-Quartier. Hier reicht die Größe der Eigentumswohnungen von 58 Quadratmetern bei 2-Zimmer-Wohnungen bis hin zu 115 Quadratmetern bei 4-Zimmer-Wohnungen. Hinzu kommen 178 neue Tiefgaragenstellplätze.

Auch im Altbau-Bereich des KARL´s Quartier gibt es konzeptionelle Änderungen. Grund dafür ist das Auffinden möglicher Ruheplätze des Großen Mausohrs, einer besonders gefährdeten Fledermausart, im westlichen Teil des Dachgeschosses. Hierfür entwickelte die pantera AG gemeinsam mit dem Institut für Botanik und Landschaftskunde aus Karlsruhe ein Konzept aus Ruhe- und Überflugzonen und reduzierte deshalb die Zahl der denkmalgeschützten Wohnungen innerhalb der Festungsanlage von 92 auf 87. Umgesetzt wird die  Änderung durch das renommierte und auf historische Immobilien spezialisierte Architekturbüro archis aus Karlsruhe. „Aufgrund unserer erfahrenen Partner sehen wir einer Fertigstellung des Gesamtareals bis Mitte 2020 zuversichtlich entgegen“, erläutert Michael Ries, Vorstand der pantera AG. Germersheims  Bürgermeister Marcus Schaile freut sich über die unveränderte Zeitplanung: „Wir sind dankbar, mit der pantera AG einen so denkmalschutz-erfahrenen Immobilienentwickler für dieses für unsere Stadt so wichtige Wohnquartier gefunden zu haben. Ohne diese weitreichende Kompetenz hätten diese  unvorhersehbaren Herausforderungen nicht so professionell und unter Berücksichtigung der städtischen Bedürfnisse so zügig gelöst werden können. Somit leistet die pantera AG einen nicht hoch genug zu bewertenden Beitrag zur Verbesserung des innerstädtischen Wohnangebots an einer so zentralen Stelle Germersheims“.

Generell verursachen Änderungen in der Bauplanung einen höheren Aufwand. „Da wir aber seit mehr als zwanzig Jahren auf die Restaurierung historischer Gebäude spezialisiert sind, wissen wir, dass mit Abweichungen von den ursprünglichen Entwürfen zu rechnen ist“, betont Michael Ries. „Solchen Herausforderungen stellen wir uns zusammen mit den Architekten aber ganz bewusst, denn die Bevölkerung hat ein großes Interesse, historische Bauten sowohl zu erhalten als auch selbst zu bewohnen“, erläutert Ries. Bestätigt hat diese Wohn-Präferenz die im vergangenen Dezember veröffentlichte bundesweite Studie ´Denkmalgeschützte Immobilien in Deutschland 2017`, bei der die pantera AG gemeinsam mit dem Institut für Demoskopie Allensbach die Bundesbürger repräsentativ befragte. Danach könnten sich aktuell 40 Prozent der Befragten vorstellen, in einem denkmalgeschützten Gebäude zu wohnen.

Neues Zuhause für unterschiedliche Nutzergruppen
In Germersheim entsteht auf dem 25.000 Quadratmeter großen Stengelkasernen-Areal ein neues Zuhause für verschiedene Nutzergruppen, etwa für Familien mit Kindern, Alleinstehende oder Paare. „Ein lebendiges Wohnquartier mit einem nachfragegerechten Wohnungsmix ist für diese zentrale Lage und damit für die gesamte Stadt sehr wichtig“, betont Stefan Ofcarek, Geschäftsführer der pantera-Projektgesellschaft PGS GmbH: „Mit unterschiedlichen Wohnungsgrundrissen stellen wir sicher, dass sich jede Nutzergruppe in
den Planungen wiederfindet und somit bezahlbarer Wohnraum entsteht. Wir möchten damit insbesondere auch jungen Familien den Einstieg in die eigenen vier Wände erleichtern. Zusätzlich bieten wir durch eine altersgerechte Bauweise bzw. Sanierung auch an den Bedarf angepasste Angebote für Zielgruppen und Bewohner, die langfristig planen.“ Ein ausgewogenes Verhältnis soll es nicht nur zwischen den Altersgruppen geben, sondern auch zwischen Käufern, die in das KARL´s Quartier selbst einziehen, und Kapitalanlegern, welche die Einheiten anschließend vermieten.

Steuerliche Sonderabschreibung sowohl für Eigennutzer als auch Vermieter
Die Wohnungen im denkmalgeschützten Teil des Areals umfassen 1 bis 5 Zimmer, bei einer Größe von 35 bis 123 Quadratmeter. Bereits mehr als 75% der Wohnungen sind verkauft. Die Erwerber der Wohnungen, egal ob Eigennutzer oder Kapitalanleger, können dabei einen besonderen Vorteil nutzen. Beim Finanzamt machen sie den Anteil der Sanierungsaufwendungen an der Gesamtinvestition als Sonderabschreibung geltend. Diese Kosten sind innerhalb von nur 10 (Eigennutzer) bzw. 12 Jahren (Vermieter) absetzbar. Normalerweise gilt dafür – bei entsprechend geringerem absetzbaren Prozentsatz – eine Frist von 50 Jahren. Die Restaurierung nach den denkmalpflegerischen und steuerrechtlichen Vorgaben startet, sobald alle Wohnungen einen neuen Eigentümer haben.

Staatlich finanzielle Unterstützung erhalten die Erwerber auch aufgrund der energieeffizienten Bauweise. Stefan Ofcarek: „Neben niedrigeren Heiz- und Energiekosten ergeben sich dadurch weitere wirtschaftliche Vorteile für die Käufer.“ Diese können über die
staatliche KfW-Bank von besonders günstigen Zinsen und einem teilweisen Tilgungszuschuss aus dem KfW-Programm 151 profitieren. Zusätzliche finanzielle Anreize bietet das KfW-Programm 159 für die altersgerechte Sanierung von Bestandsgebäuden. Die Einhaltung dieser Vorgaben begünstigt im denkmalgeschützten Teil des KARL´s Quartier das Investment zusätzlich.

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