Köln: pantera veröffentlicht Studie „Neues Wohnen 2020“

Deutschland-Studie: Jeder Zweite würde im Alter in eine kleinere Wohnung ziehen – über 10 Millionen Quadratmeter Wohnreserven in den Städten

 

– Die Umzugsbereitschaft ist in Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen deutschlandweit am höchsten
– Die relativ größten Wohnraumeffekte sind möglich in den Städten Heilbronn, Salzgitter, Bremen und Saarbrücken
– Bundesweit repräsentative pantera-Studie in Zusammenarbeit mit YouGov

Köln 07.06.2020 – 53 Prozent der Deutschen würden im Alter in eine kleinere Wohnung ziehen und zu groß gewordenen Wohnraum aufgeben. Zwischen den Bundesländern und Altersgruppen gibt es aber große Unterschiede. So ist in Schleswig-Holstein, Bremen und Hamburg die Umzugs-bereitschaft am höchsten, während sie in Ostdeutschland insgesamt unterdurchschnittlich ist und Brandenburg den bundesweit niedrigsten Wert erreicht.

Gleichzeitig kennen drei Viertel aller Bundesbürger (73 %) ältere Menschen, die heute allein in Häusern oder Wohnungen leben, die sie zuvor mit mehreren zusammen bewohnt haben. Häufig sind das auch nicht „wenige“, sondern „einige“ Fälle, in denen also nur eine Person den gesamten Wohnraum heute alleine nutzt. „Und das wird oft dort beobachtet, wo viele im eigenen Haus oder einer eigenen Wohnung leben, besonders also in Westdeutschland“, erklärt Michael Ries. Als Vorstand des Immobilienentwicklers pantera AG hat er im April 2020 das Institut YouGov für eine repräsentative Befragung in allen 16 Bundesländern zum erwünschten Wohnen im Alter gewonnen. Das Fazit: „Wenn ältere Menschen in Deutschland angemessene Angebote zum Umzug in kleinere Wohnungen bekommen, kann durch Aus-, An- oder Umbauten in freiwerdenden Häusern oder Wohnungen allein in Städten wie Hamburg oder Berlin rund eine Million Quadratmeter neuer Wohnraum entstehen. Das relativ größte Potential hätten nach unserer Rechnung Heilbronn, Salzgitter, Bremen und Saarbrücken. Bundesweit könnten auf diese Weise insgesamt leicht mehr als zehn Millionen Quadratmeter neuer Wohnraum zur Verfügung stehen.“

Sperrige Babyboomer

Familien mit minderjährigen Kindern zeigen die höchste Bereitschaft, im Alter in kleinere Wohnungen zu ziehen. Erklärbar wird das, wenn sie heute auf größerem Raum leben, der im Alter nicht mehr nötig ist. Innerhalb der Altersgruppen fallen aber die „Babyboomer“ auf, die zwischen 1955 und 1969 geboren wurden. Diese nächste Rentnergeneration ist dem Wohnungswechsel gegenüber deutlich sperriger als die übrigen Erwachsenen. Kaum eine andere Altersgruppe zeigt sich auch im Beruf so unwillig, an einem anderen Ort zu arbeiten als zu wohnen. Michael Ries: „Wir können aber gerade Menschen um die 60 für kleinere Apartments dann interessieren, wenn optionale Services damit verbunden werden wie etwa Sicherheits- oder sonstige Dienste. Das geht aus der Befragung auch klar hervor.“

Alleinstehende Ruheständler leben im Wohneigentum auf 100 Quadratmeter

Durch passende Wohnangebote können große Wohnflächen viel effizienter genutzt werden. So wohnen laut Statistik alleinlebende Senioren mit Immobilieneigentum in Deutschland auf im Schnitt 100 Quadratmetern. Dieser hohe Wert wird erklärbar, wenn der Lebenspartner verstorben ist und in vielen Fällen zuvor auch Kinder im Haushalt gelebt haben. „Bietet man diesen Menschen durch passgenaue Projektentwicklungen attraktive Alternativen auf kleinerem Raum, kann in den bisher genutzten Immobilien insbesondere für größere Familien neuer Wohnraum entstehen“, erläutert Michael Ries.

Der beliebteste Alterssitz

Die repräsentative pantera Studie „Neues Wohnen 2020“ zeigt auch, wo die Deutschen im Alter am liebsten leben wollen und welche Bedingungen sie hier erwarten: Bundesweit am häufigsten als Alterssitz gewünscht sind eine ländliche Umgebung (26 % Nennung) und Kleinstädte (22 %). Aus den Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg zieht es aber nur etwa jeden Vierten dorthin. Im Zentrum oder Ortsteil einer Großstadt wollen insgesamt 18 Prozent der Deutschen alt werden. Deutlich mehr sind es wiederum in den drei Stadtstaaten. Das wichtigste Kriterium am jeweiligen Standort ist dabei für alle das gleiche: Für 79 Prozent der befragten Erwachsenen in Deutschland sind „angemessene Wohnkosten“ am Altersitz äußerst wichtig oder sehr wichtig. Danach folgen „Spaziermöglichkeiten im Grünen“, „eine breite ärztliche Versorgung in der Nähe“ sowie „fußläufige Einkaufsmöglichkeiten zum täglichen Bedarf“. Hingegen zählen die räumliche Nähe zu Familienmitgliedern zu Gastronomie oder Kulturangeboten rund die Hälfte weniger.

Serviced Apartments als mögliche Lösung

Mehr als die Hälfte der Deutschen (54 %) können sich sogenannte „Serviced Apartments“ als Wohnung im Alter vorstellen, also eine 1- bis 3-Zimmer-Wohnung mit bei Bedarf hinzu buchbaren Dienstleistungen wie etwa Reinigungs- und Wäscheservice, Einkaufshilfen oder Notfallüberwachung. Nur ein Viertel lehnt diese grundsätzlich ab, jeder Fünfte ist noch unentschieden. Interessant dabei ist: Exakt in den Bundesländern, in denen die Umzugs-bereitschaft im Alter am höchsten ist, ist auch das Interesse an Serviced Apartments am stärksten, also in Hamburg, Schleswig-Holstein und Bremen. Und ein Weiteres geht aus der Studie hervor: Wo statistisch besonders viele Menschen ab 65 Jahren im eigenen Haus oder einer eigenen Wohnung leben, werden auch besonders häufig Fälle registriert, wo ältere Menschen auf dem gleichen Wohnraum heute alleine leben, auf dem sie zuvor mit anderen zusammen gewohnt haben. „Aus diesem Ergebnis lässt sich ermitteln, welche Städte am stärksten neuen Wohnraum schaffen könnten, wenn sie älteren Mitbürgern gezielt passende Angebote zum Umzug in kleinere Wohnungen machen“, erklärt Michael Ries. Denn Senioren leben – über alle Haushaltsgrößen gerechnet – in eigengenutzten Immobilien pro Person im Schnitt auf etwa 20 Quadratmeter mehr Wohnfläche als die übrigen. Demnach ergeben sich die relativ größten Chancen für neuen Wohnraum durch Umzüge in den Städten Heilbronn, Salzgitter, Bremen und Saarbrücken. „Und allein in Berlin oder Hamburg könnten gut eine Million Quadratmeter zusätzlicher Wohnraum entstehen, wenn durch den Neubau von Serviced Apartments älteren Menschen mit erklärter Bereitschaft zum Umzug ein passendes Angebot gemacht werden könnte“, so Michael Ries.

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